{"id":2031,"date":"2022-07-29T00:45:28","date_gmt":"2022-07-28T22:45:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/?p=2031"},"modified":"2022-07-29T00:58:16","modified_gmt":"2022-07-28T22:58:16","slug":"chameleon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/2022\/07\/29\/chameleon\/","title":{"rendered":"Chameleon"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group alignfull boxtxt has-primary-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/chameleon_28jul022fin_sample-pages.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Embed of Embed of Sample pages..\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-dfd0f6e8-2325-469e-b84a-d21bba908ecc\" href=\"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/chameleon_28jul022fin_sample-pages.pdf\">Sample pages<\/a><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"for-flute-harp-and-cembalo-2022\">for one percussionist (2022)<\/h4>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"en\">DE<\/h6>\n\n\n\n<p>Alfred Brehm beschreibt in seinem ber\u00fchmten \u00bbThierleben\u00ab das Cham\u00e4leon als ein zumeist regungsloses Wesen: \u00bbTagelang beschr\u00e4nkt sich ihre Bewegung darauf, sich bald auf dem Aste, welchen sie sich zum Ruheplatze erw\u00e4hlten, niederzudr\u00fccken und wieder zu erheben, und erst, wenn besondere Umst\u00e4nde eintreten, ver\u00e4ndern sie nicht blo\u00df ihre Stellung, sondern auch ihre Pl\u00e4tze. Das verschrieene Faulthier und jedes andere derjenigen Gesch\u00f6pfe, welche auf B\u00e4umen leben, bewegt sich mehr und \u00f6fter als sie, falls man absieht von Augen und Zunge; denn erstere sind in best\u00e4ndiger T\u00e4tigkeit, und letztere wird so oft, als sich Beute findet, hervorgeschnellt. Kein anderes Wirbelthier lauert ebenso beharrlich wie das Cham\u00e4leon auf seine Beute; es l\u00e4\u00dft sich in dieser Hinsicht nur mit den tiefststehenden, dem Felsen gleichsam angewachsenen wirbellosen Thieren vergleichen. Wer so gl\u00fccklich gewesen ist, das keineswegs leicht zu entdeckende Gesch\u00f6pf aufzufinden, sieht, wie beide Augen best\u00e4ndig und zwar ruckweise sich drehen und unabh\u00e4ngig von einander nach den verschiedensten Richtungen auslugen. Hat l\u00e4ngeres Fasten die sehr rege Fre\u00dflust nicht angestachelt, so verweilt das Cham\u00e4leon in derselben Stellung, auch wenn es gl\u00fccklich Kerbthiere gesehen hat, und wartet ruhig, bis sich in entsprechender Entfernung von ihm ein solches auf einem Zweige oder Blatte niederl\u00e4\u00dft. Sowie dies geschehen, richtet sich der Kopf dem Kerbthiere zu, beide Augen kehren sich mit ihren Spitzen nach vorn, der Mund \u00f6ffnet sich langsam, die Zunge schie\u00dft hervor, leimt die Beute an und wird zur\u00fcckgezogen; man bemerkt sodann eine rasche, kauende Bewegung der Kiefer, und das Thier erscheint wieder so regungslos wie zuvor. War es aber l\u00e4ngere Zeit im Fange ungl\u00fccklich, so verfolgt es wirklich ein ersp\u00e4htes Kerbthier auf einige Meter weit, ohne jedoch den Busch, auf welchem es sich gerade befindet, zu verlassen.\u00ab (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Naturwissenschaften\/M\/Brehm,+Alfred\/Brehms+Thierleben\/Kriechthiere\/Dritte+Reihe%3A+Echsen+(Squamata)\/Dritte+Ordnung%3A+Schuppenechsen+(Sauria)\/Zehnte+Familie%3A+Cham%C3%A4leons+(Chamaeleontidae)\/Einzige+Sippe%3A+Cham%C3%A4leons+(Chamaeleon)\/Cham%C3%A4leon+(Chamaeleon+vulgaris)\" target=\"_blank\">source<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Das vorliegende St\u00fcck verk\u00f6rpert zwar kaum diese Art von Unbeweglichkeit eines starr im Ge\u00e4st hockenden Tiers, wohl aber dessen innere Aufmerksamkeit, das ruckartige Muster seiner Blicke, die stetige Bereitschaft zur explosiven Geste sowie die Wandelbarkeit seiner Farben. Diese F\u00e4higkeit, das eigene Erscheinungsbild zu verf\u00e4rben war die eigentliche Ausgangsidee meiner Komposition f\u00fcr eine:n Schlagwerker:in. Mehrere sehr kontr\u00e4re instrumentale Farben werden vermischt und l\u00f6sen einander ab. Dabei ist der Rahmen ein recht \u00fcberschaubarer: Den metallenen Idiophonen steht das Xylophon mit seinem sehr kurzen Nachklang als \u203atrockener\u2039 Klangraum gegen\u00fcber. Dazu kommt noch eine breite Palatte an gesampelten Kl\u00e4ngen aus dem elektronischen Part. Die Elektronik macht auch Brehms&#8217; Text fragmentarisch sichtbar und beleuchtet das klangliche Geschehen in durchaus ironisch zu verstehender Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die ersten beiden S\u00e4tze sich mit den irdischen Eigenschaften eines Cham\u00e4leons auseinandersetzen folgt im letzten Satz ein Blick auf den s\u00fcdlichen Nachthimmel. Auch das Sternbild Cham\u00e4leon zeichnet eine scheinbare Statik, die Sterne verharren regungslos am Himmel und strahlen schwach leuchtend \u00fcber der Nacht. Diese Stimmung wird hier als dramaturgischer Gegensatz zu den vorigen Teilen eingefangen \u2013 ein n\u00e4chtlicher Abgesang, ein musikalischer Augenblick durchs Fernrohr.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group alignfull boxtxt has-accent-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p>INSTRUMENTATION:<br>percussion (one player)<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>5 singing bowls (tuned in F#3, F4, Eb5, E6, D7)<\/li><li>saturn gong (or other gong tuned in D3)<\/li><li>glockenspiel (range from F6 to C8)<\/li><li>xylophone (range from C5 to C8)<\/li><li>typophone (computer, browser &amp; two speakers)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>DURATION:&nbsp;9 minutes<\/p>\n\n\n\n<p>PERFORMANCE MATERIAL:<br>info@chrenhart.eu<\/p>\n\n\n\n<p>PREMIERE:<br>To be announced.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>for one percussionist (2022)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":"","footnotes":""},"categories":[198,145,2],"tags":[192],"class_list":["post-2031","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-electronic","category-solo-instrument","category-work","tag-192"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2031"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2031\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2038,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2031\/revisions\/2038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chrenhart.eu\/2021\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}