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published by UE Solo Instrument Work

XXI Orakel der Nacht 1

XXI Orakel der Nacht – Erstes Heft | Christoph Renhart (piano)

XXI Orakel der Nacht – Erstes Heft
for piano (2018)

EN

The six pieces combined to a cycle «Lunar Clover», «The Chandelier», «The Horizon», «The Darkness», «The Pulsar» and «Uproar In The Belfry» form the first self-contained section of a book of oracles for the piano in 21 parts. The single pieces outline six fundamental pictures cast in sound: moonlight, soil, wind, water, stars and bells. In every piece, these archetypes are raising to the surface in varying degree. On the one hand the titles of the movements anticipate their musical contents as allusions to the fundamental images, on the other hand the movements are traced by an obscure mysteriousness: the music is replete with changes striving towards balance. Its silhouettes pupate in phantasmagorias—finding space for the auditor to listen to its murky secrets. The oracle is to be consulted.

The first book of oracles was written in the summer of 2018 and is cordially dedicated to Richard Dünser.

DE

Die sechs zu einem durchkomponierten Zyklus zusammengefassenten Stücke »Mondklee«, »Der Kerzenleuchter«, »Der Horizont«, »Die Finsternis«, »Der Pulsar« und »Aufruhr im Belfried« sind der erste, in sich abgeschlossene Abschnitt eines 21-teiligen Orakelbuchs für Klavier. Die einzelnen Stücke umreißen, in aphoristische Konturen gefasst, sechs zu Klang gegossene Grundbilder: Mondlicht, Erde, Wind, Wasser, Sterne und Glocken. In jedem Stück dringen diese Archetypen verschieden stark an die Oberfläche. Die Titel der Sätze nehmen einerseits als Allusionen zu den Grundbildern ihre musikalischen Inhalte voraus, andererseits zeichnet die Sätze stets eine obskure Rätselhaftgkeit: Diese Musik ist voller Wandlungen im Streben nach Balance. Ihre Silhouetten verpuppen sich in Trugbildern, die Raum auftun, hineinzuhören. Das Orakel will befragt sein.

Das erste Heft meines Orakelbuchs entstand im Sommer 2018 und ist Richard Dünser herzlich gewidmet.

INSTRUMENTATION:
piano

DURATION: 13 minutes

PUBLISHED BY:
Universal Edition

PREMIERE:
July 3, 2019 • Vienna, Alte Schmiede • Christoph Renhart, piano

PERFORMANCES:

  • August 26, 2020 • Radio Ö1, Zeit-Ton • Christoph Renhart, piano
  • October 18, 2020 • Graz, Palais Meran • Christoph Renhart, piano
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Ensemble Vocal Work

A Lunar Gauze

A Lunar Gauze
for mixed choir (2018)

„A Lunar Gauze“, was etwa „ein Mondflor“ bedeuten mag, ist ein Zyklus aus fünf Liedern für Chor a capella, der Anfang 2018 entstand. Die Grundlage der Komposition ist Tagores Werk „The Crescent Moon“. Ich habe daraus fünf scheinbar naive Fragen entnommen, die nach tiefsinnigeren Antworten suchen. Woher kommt der Schlaf, der einem über die Augen schwirrt? Kann denn niemand den Mond fangen, der sich abends im Geäst eines Kadamba-Baums verfängt?

Meine Musik versucht, die Poesie zu inhalieren, die jenen Fragen innewohnt, die ein nachdenkliches Kind sich stellen könnte. Solange wir über die großen Einfachheiten staunen können, sind wir imstande, das Selbstverständliche als ästhetisch zu empfinden. Ich wollte der simplen Beobachtung, dass uns der Mond und seine Strukturen, die wir von der Erde aus sehen können, faszinieren, Klänge verleihen, Klänge, die das scheinbar Greifbare in unfassbare Fernen rücken.

INSTRUMENTATION:
SS-AA-TT-BB

DURATION:
7 minutes

PERFORMANCE MATERIAL:
info@chrenhart.eu

PREMIERE:
This piece has not been premiered.

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Chamber Music published by UE Work

l’oued de la Naïade

l’oued de la Naïade
for violin, violoncello and piano (2018)

EN

«l’oued de la Naïade» means ‹dry valley of the Naiad›. Wadis are courses of rivers, that carry water only temporarily. The word wadi derives from the Arab and is commonly used in the deserts of North Africa. My music links the label with the metaphor of the Greek mythology according to which Nymphs die if the well over which they stand sentinel runs dry. The piece traces the fragility which delimits the ridge between being and nonbeing. The interplay of flowing and withering is, if you will, the ‹theme› of my composition. The trio «l’oued de la Naïade» originates from my «Naiad» work series and straight from the second movement of «tarir une Naïade», for violine and piano, a work from 2012/2013.

DE

»l’oued de la Naïade« bedeutet in etwa ›Trockental der Quellnymphe‹. Wadis sind Flussläufe, die nur zeitweise Wasser führen. Das Wort stammt aus dem Arabischen und ist insbesondere in den Wüstengebieten Nordafrikas gebräuchlich. Meine Musik verknüpft die Bezeichnung mit dem Bild aus der griechischen Mythologie, wonach Nymphen sterben, wenn die Quelle über die sie wachen versiegt. Das Stück spürt dabei jener Fragilität nach, die den Grat zwischen Sein und Nichtsein absteckt. Dieses Wechselspiel aus Fließen und Vertrocknen ist, wenn man so will, das ›Thema‹ meiner Komposition. Das Trio »l’oued de la Naïade« entspringt meiner Najaden-Werkreihe und unmittelbar dem zweiten Satz aus »tarir une Naïade«, jenem Werk für Violine und Klavier, welches 2012/2013 entstand.

INSTRUMENTATION:
violin, violoncello, piano

DURATION:
5 minutes

PUBLISHED BY:
Universal Edition

PREMIERE:
March 4, 2021 • Graz, J.-J.-Fux-Konservatorium • Lea Burböck, Violine • Jonathan Sauter, Klavier • Maximilian Stix, Violoncello